Jugendliche "lernen" das Ehrenamt

Vier Schulen beim Auftakt eines neuen Projektes dabei

Von unserem Redaktionsmitglied Andrea Baumann

Die einen wollen im Tierheim mitarbeiten, andere möchten einen Einblick in den Alltag eines Altenheims oder Kindergartens bekommen. Engagierte Jugendliche bringt jetzt das neue Projekt "change in" mit Einrichtungen im sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich zusammen. Die junge Leute sollen aber nicht Arbeitskräfte ersetzen, sondern "vor allem Erfahrungen sammeln", sagt Sozialreferent Konrad Hummel. "change in" ist Teil des Bündnisses für Augsburg, das am Mittwoch im Rathaus aus der Taufe gehoben wird.

Die "paar Stellen", die in Augsburg im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) angeboten werden, genügen Hummel nicht. Er will "soziales Lernen in der Stadt" auf eine breitere Ebene stellen und hat in Freiwilligen-Zentrum (FZ) und Stadtjugendring (SJR) zwei Mitstreiter gefunden. Unter dem Motto "Was passiert jenseits der Schultore?" wollen diese beiden Organisationen Schülern der achten Klasse Einsatzmöglichkeiten in sozialen, kulturellen oder ökologischen Einrichtungen bieten. "Wir haben Einsatzorte von der Kindernothilfe über den Eine-Welt-Laden bis zum Roten Kreuz gewonnen, suchen aber noch weitere gemeinnützige Stellen", sagt Ulrico Ackermann vom FZ. Rund 100 Jugendliche aus der Hans-Adlhoch-Volksschule, der Bertolt-Brecht-Realschule sowie dem Stetten- und Fugger-Gymnasium stehen schon in den Startlöchern für das Projekt "change in", das im Mai starten und im nächsten Schuljahr fortgesetzt werden soll. Auch Dominique Löffler und Simone Jung sind bereit, innerhalb von drei Monaten etwa 40 Stunden Freizeit zu opfern. "Wir wollen Erfahrungen sammeln und vielleicht sogar eine Entscheidungshilfe für unsere Berufswahl bekommen."

Mentoren gesucht

Bei den ersten Gehversuchen in Sachen freiwilliges Engagement sollen die etwa 14-Jährigen von Mentoren unterstützt werden, die ­ ebenfalls auf ehrenamtlicher Basis ­ als Bindeglied zwischen Einsatzstelle und Jugendlichen fungieren. "Mentor kann jeder werden, der vielleicht auch Erfahrungen in der Freiwilligenarbeit mitbringt", sagt SJR-Mitarbeiterin Annette Kappes. 20-Jährige seien ebenso willkommen wie Senioren.

Das Schüler-Mentoren-Projekt ist Teil des Bündnisses für Augsburg, das am morgigen Mittwoch offiziell im Rathaus gegründet werden soll. Seit Oktober ist eine zwölfköpfige Steuerungsgruppe mit Vertretern aus Stadt, Bürgerschaft und Wirtschaft dabei, Ziele zu formulieren und konkrete Betätigungsfelder für Ehrenamtliche aus der Taufe zu heben, so Roberta Moncalero von der Geschäftsstelle Bündnis. Insgesamt neun Projekte ­ vom Ferienprogramm über "Aktiv älter werden" bis zu Bewegung und Sport ­ warten auf Bürger, die Verantwortung übernehmen wollen. "Gefragt sind Zeit, Geld und Fachwissen."

Info

Wer eine Stelle für "change in" anzubieten hat oder als Mentor mithelfen will, kann sich unter Ruf 0821/51 38 99 oder unter E-Mail fza@a-city.de im Freiwilligen-Zentrum melden. Roberta Moncalero ist unter der Telefonnummer 0821/324-3043 zu erreichen.

Augsburger Allgemeine 18.02.03


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